Gesunde Pflege: AOK Bayern zeichnet AWO-Seniorenheim Königsbrunn für Projekt -Queer im Alter- aus

Die AOK Bayern überreichte dem AWO-Seniorenheim Königsbrunn einen Preis für das Engagement im Projekt „Queer im Alter“.
Viele Menschen verbringen den Großteil ihrer Zeit am Arbeitsplatz. Daher ist es wichtig, dass das Arbeitsumfeld so gestaltet ist, dass es für die Gesundheit der Mitarbeitenden förderlich ist. Das gilt auch für die Pflege. Damit Personen in dem Beruf gesund bleiben, ist eine wichtige Stellschraube die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF).

„Die AOK greift diese Erkenntnis auf und würdigt zum zweiten Mal innovative BGF-Ansätze mit dem Preis ‚Gesunde Pflege‘, der im vergangenen Jahr unter dem Motto ‚Gemeinsam Vielfalt leben!‘ ausgeschrieben wurde“, erklärte Alfred Heigl, Direktor der AOK Augsburg bei der Übergabe des Preises. Ziel des Preises 2023 war es, Unternehmen zu würdigen, die sich für ein vorurteilfreies und gesundes Arbeitsumfeld einsetzen.

Eine Jury aus Expertinnen und Experten aus Praxis, Wissenschaft und Politik entschieden über die Preistragenden. Dabei überzeugte das AWO-Seniorenheim in Königsbrunn mit dem Konzept „Queer im Alter - Queersensible Altenpflege und Senior*innentreff für LSBTIQ*“. Die Einrichtung widmet sich als Vorreiterin einem Thema, das bisher wenig Beachtung in der Pflege findet, so die Begründung der Jury. Dabei handelt es sich um ein ganzheitliches Konzept, das nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner im Blick hat, sondern auch zu einem offeneren Umgang mit geschlechtlicher und sexueller Vielfalt unter den Mitarbeitenden beiträgt.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung für unser Engagement für eine bedürfnisorientierte und diskriminierungssensible Pflege für LSBTIQ*. Alle Menschen sollen sich mit ihren unterschiedlichen Biografien in unseren Einrichtungen so zeigen können, wie sie sind, und sich im Alter nicht verstecken müssen, sondern auf Personen treffen, die ihnen mit Respekt und Verständnis begegnen“, hob Marion Leichtle-Werner, stellv. Vorstandsvorsitzende der AWO Schwaben hervor und bedankte sich dabei ganz besonders bei den Mitarbeitenden in der Einrichtung vor Ort, bei den queeren Beratungsstellen in Schwaben Lebis und Schwubis für die Organisation des Senior*innentreffs für LSBTIQ* sowie bei der Vertrauensperson für LSBTIQ* im AWO-Seniorenheim Königsbrunn, Irene Löffler.

Insgesamt wurden drei Unternehmen in Bayern ausgezeichnet. Neben einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro haben alle ausgezeichneten Einrichtungen die Chance am Bundeswettbewerb 2024 teilzunehmen.

Begriffserklärungen:
LSBTIQ*
L = Lesben
S = Schwule
B = Bisexuelle
T = Trans* (Trans* Personen identifizieren sich nicht oder nur teilweise mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht)
I = Inter* (Inter* Personen weisen Merkmale weiblicher und männlicher Körper auf)
Q = Queer (positive Selbstbezeichnung und Sammelbegriff für verschiedene Arten von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität)
* = Platzhalter für weitere Selbstbezeichnungen

Die Abkürzung LSBTIQ* beschreibt ein Bündnis zwischen Menschen mit sehr verschiedenen Lebensrealitäten, Bedarfen und Zielen, die jedoch alle von Diskriminierungen betroffen sind, weil sie den herrschenden Vorstellungen von Geschlecht und sexueller Orientierung nicht entsprechen.

Bildunterschrift:
Im Bild von links: Dieter Egger, Vorstandsvorsitzender der AWO Schwaben; Brigitte Protschka, Präsidentin der AWO Schwaben; Teja Flanhardt, Beraterin für Betriebliches Gesundheitsmanagement der AOK Bayern; Marion Leichtle-Werner, stellv. Vorstandsvorsitzende der AWO Schwaben; Daniela Nagengast-Baumann, Einrichtungsleitung im AWO-Seniorenheim Königsbrunn; Alfred Heigl, Direktor der AOK Augsburg; Damir Omerovic, Pflegedienstleitung im AWO-Seniorenheim Königsbrunn